München hat seit etlichen Jahren eine Klima-Partnerschaft mit dem Volk der Ashàninka im peruanischen Regenwald. Die Stadt hat diese Partnerschaft zum Schutz des indigenen Regenwaldes mit Bildungsarbeit unterstützt:
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Es gibt im Nordsüdforum München einen Rat zur Vergabe der Einnahmen des Kalender-Verkaufes in Absprache mit VertreterInnen der Ashàninka ...

Fotokalender 2017

13 Farbfotos (Landschaft, Menschen, Pflanzen, Tiere) aus dem amazonischen Regenwald Perus; ca. DIN A 3 Querformat mit Ringbindung zum aufhängen. Ein schöner und sinnvoller Jahresbegleiter mit dem gewissen Extra: Der Erlös geht an unsere Partner, die Asháninka, für Projekte zum Erhalt des Regenwaldes.

Ich/wir bestelle(n).......Exemplar(e) zum Preis von 10,- € pro Kalender + Portokosten gegen Rechnung.
(bitte leserlich:)

Vorname/NameRegenwald_kalender_2016.jpg
Adresse
Datum, Unterschrift

Bestellung an: Nord Süd Forum München e.V. (AK München-Asháninka)
Schwanthalerstr. 80, 80336 München, Tel. (089) 85 63 75 23 oder per E-Mail beim Arbeitskreis München-Asháninka: AKMA@nordsuedforum.de

Die Herausgabe des Kalenders wird gefördert vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München im Rahmen ihrer Klimapartnerschaft mit dem Volk der Asháninka.



Jahresbericht 2015:

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BETREUUNG DER PROJEKTPARTNERSCHAFT MIT DEM VOLK DER ASHANINKA (PERU)

Träger: Zusammenschluss Bayerischer Bildungsinitiativen e.V. (ZBB) Berichtszeitraum 1.1. bis 31.12.2015
Vorbemerkung: Angesichts weltweit wichtiger Weichenstellungen in Bezug auf den Klimawandel (COP 21) sowie in Peru den dortigen Regenwald betreffend,
kommen in diesem Bericht auch die sozio-ökonomischen Hintergründe zur Sprache, in denen die Projektpartnerschaft München-Asháninka stattfindet.

I. Koordination – Kooperation – Information und Bildung

An erster Stelle ist die Koordination mit den Mitgliedern des AK München-Asháninka zu nennen. 2015 fanden acht Sitzungen des Arbeitskreises statt sowie viele projektbezogene Treffen von ad-hoc-Gruppen (Erstellung Fotokalender 2016, Projekt-Finanz-AG, Vorbereitung von Veranstaltungen etc.).
Im Bereich der zivilgesellschaftlichen Kooperationen wären beispielsweise zu nennen: Pro Regenwald e.V., Informationsstelle Peru e.V., Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (infoe e.V.), Informationsstelle Lateinamerika (ila-Bonn), Europäisches KlimaBündnis, Zoologische Staatssammlung München.
Auf städtischer Seite ist die Kooperation mit dem Referat Gesundheit und Umwelt (RGU), Fachstelle Eine Welt, besonders hervorzuheben.
In Peru sind die Hauptpartner der Kooperation die diversen Organisationen des indigenen Volkes der Asháninka (rund 80.000 Menschen) im zentralen Regenwald Perus und die mit ihnen eng zusammenarbeitenden Nichtregierungsorganisationen.

1. Wichtige Fragen im AK München-Asháninka waren 2015:

Kooperationsgrundlagen und die geeignetsten (indigenen) Partner in Peru.
Einigkeit herrscht, dass weiterhin gilt: Der AK kooperiert nicht mit Partnern, die ihrerseits mit Regenwald zerstörenden Unternehmen, Maßnahmen oder Einrichtungen zusammen arbeiten oder von diesen Geld annehmen. Dazu siehe später mehr.
Unsere Partner in Peru können sein: Dorfgemeinschaften und ihre aktiven Gruppen (Frauen-, Bildungs-, Produktionsgruppen etc.),Vertretungen (Zusammenschlüsse von Dorfgemeinschaften – Föderationen -- wie ARPI-SC / Regionalverband Indigener Völker im zentralen Regenwald) und Verbände (wie Amabisec / Verband zweisprachiger LehrerInnen), Nichtregierungsorganisationen, die mit der indigenen Bevölkerung partnerschaftlich zusammenarbeiten sowie im Einzelfall indigen orientierte Kleinunternehmen, die nicht ausbeuterisch arbeiten.

2. Arbeitsumfang der Koordination

Der zeitliche Umfang der Betreuung betrug ca. 2 Stunden täglich (ohne die Koordinationsarbeit im Zusammenhang mit dem EU-Projekt des RGU mit dem KlimaBündnis). Im Jahre 2015 habe ich mindestens 600 E-Mails im Zusammenhang mit dem Projekt Asháninka bearbeitet: gelesen, weitergeleitet, beantwortet, verfasst. Weiter habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten und Organisationen auch außerhalb Münchens diese Partnerschaft und ihre Charakteristika vorgestellt. Sehr arbeitsintensiv waren auch die Herstellung und Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen Einzelprojekten der Asháninka und dafür zu werbenden Spendern.
Hier musste sehr umfangreiche Projektkorrespondenz (Antrag, Nachfragen, Erläuterungen, Kalkulationen, etc.) erfolgen, übersetzt oder zusammengefasst werden sowie Controlling, Abschlussberichte etc. eingefordert und / oder erstellt werden.
Im Jahr 2015 mussten wir von Guadalupe Muñoz Abschied nehmen. Sie war eine wichtige Akteurin und Lehrerin, insbesondere für die Frauengruppen der Asháninka in Rio Negro. Sie starb an Krebs.

3. Information und Bildung – Beispiele aus der Arbeit in Stichworten:

  • Zwei Sendungen (jeweils 1 Stunde) bei Radio Lora (92,4) moderiert, ZuhörerInnen 5-10.000.
  • Studentinnen-Gruppe (Soziale Arbeit) angeleitet, die dann nach inhaltlicher Einarbeitung eigenständig Informationsstände zum Thema betreuten.
  • Studienfahrt mit 12 TN zur Regenwaldausstellung im Lokschuppen Rosenheim organisiert. Für Mitarbeitende des Arbeitskreises interessant zu sehen, wie das eigene Engagement in dieser Ausstellung sichtbar wird.
  • Informationsstände betreut bzw. Betreuung organisiert / koordiniert beim Sommer- und beim WinterTollwood, im Rathaus, im EineWeltHaus, in der Zoologischen Staatssammlung München, u.a.m..
  • Unser didaktischer Koffer „München-Asháninka“ wurde vom Nord Süd Forum mehrere Male ausgeliehen, u.a. an Ökoprojekt Mobilspiel und die Mittelschule an der Alfonsstraße in München.
  • Auf Bitte der Freiburger Kreisstelle für Politische Bildung beschafften wir für einen ähnlichen didaktischen Koffer wie den unsrigen Gegenstände aus dem Regenwald Perus und lieferten inhaltliche Materialien dazu.
Dieses Bildungsmaterial wird im Freiburger Raum eingesetzt.
*Wir erstellten ein neues, 2 m hohes, Ausziehbanner für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit.
  • Im Jahr 2015 wurden von der AK-Koordination 5 Abitur-, Studien- und Masterarbeiten zum Thema Asháninka / Regenwald unterstützend betreut.
  • Zum Klimagipfel COP 21 in Paris versuchten wir über das teilnehmende Infoe e.V., der deutschen Verhandlungsdelegation Informationen und Anliegen der Asháninka mitzugeben. Auch über uns bekannte TeilnehmerInnen aus Peru (mit dem Umweltministerium mehr als 150 Delegierte) konnten wir über die Zusammenarbeit München-Asháninka informieren. Des weiteren versuchten wir, Frau Antazú (Delegierte für Genderfragen des peruanischen indigenen Dachverbands AIDESEP) in der zweiten Verhandlungswoche in Paris und zuvor anlässlich des erwähnten EU-Besuchsprogramms in Europa und München) mit einschlägigen Organisationen aus Deutschland, Belgien und Frankreich in Verbindung zu bringen. Wegen des dortigen Ausnahmezustands mit eingeschränkten Aktionsmöglichkeiten in Paris war dies nicht im geplanten Umfang möglich.
  • Auch 2016 kümmerte sich eine eigene AG um die Herausgabe des Fotokalenders „München-Asháninka“ mit Hintergrundinformationen zur Kooperation. Die Auflage (500) ist, u.a. Dank der Ankündigung durch das Referat für Gesundheit und Umwelt, RGU, im Intranet der Stadt, vergriffen. Der Vertrieb erfolgte ehrenamtlich. Der Erlös geht wieder in Projekte der Asháninka.

2015 war insofern eine Sondersituation,

als sich durch ein EU-bezuschusstes RGU-KlimaBündnis-Projekt (Asháninka-Delegation in Europa) für den Arbeitskreis, weitere Aktive und mich die Gelegenheit ergab, unabhängig vom EU-Projekt zusätzliche Bildungs- und Informationsarbeit zu leisten. Zum Beispiel:
- Gespräch mit der neuen Referentin des RGU, Frau Jacobs
- Lesung- / Musik- / Ausstellung / Redebeiträge: Veranstaltung mit den Delegierten und AK-Mitgliedern im EineWeltHaus München
- Workshop über Strukturen in Peru (politisch, indigene Organisationen, etc.)
- Veranstaltung in der MVHS im Gasteig, Beitrag zum Münchner Klimaherbst
- Vortrag in der Kirchlichen Fachschule für Sozialarbeit über Soziale Arbeit und Indigene Völker
- Vortrag bei der Jahresversammlung des AES, Arbeitskreis Entwicklung und Selbstbesteuerung, in Josefstal sowie an mehreren Schulen wie z.B. dem München-Kolleg.

II. Kooperation mit Organisationen der Asháninka

Die Kooperation folgt dem Grundgedanken, dass Unterstützung von Einzelprojekten nötig, gut und sinnvoll sein kann, dass aber nachhaltig und längerfristig wirkende Programme vorzuziehen sind.

1. Projektkooperationen


Förderung der Frauengruppen, die Schmuck herstellen.
Auf ehrenamtlicher Basis boten wir im Zuge der Informations- und Bildungsarbeit auch Schmuck von Frauengruppen der Asháninka auf Spendenbasis an: beim Sommer- und WinterTollwood, in der Zoologischen Staatssammlung München, im Rathaus, im Weltladen im EineWeltHaus, in der Regenwaldausstellung Rosenheim. (Zur Situation der Schmuckfrauen siehe später.)

Rente für arme, alte Indigene:
Das Projekt aus 2014 kann erst aus dem Blickwinkel 2015 beurteilt werden. 2015 erreichten vier Personen die Altersgrenze von 65 Jahren und erhalten seither Rente.Von 27 Personen, die durch das Projekt in den erstmaligen Genuss einer Mindestrente kamen, starben zwei Personen.
Auf unsere Frage, ob das Projekt 2015 noch weiter finanziell unterstützt werden müsse, antworteten die Projektverantwortlichen mit einem Nein. Sie konnten den Bürgermeistern vermitteln, dass es in den Gemeinden zuständige Stellen geben müsse, damit ohne Mittel und Bildungsarbeit von außen alte und arme Asháninka zu ihrem (relativ neuen) Recht kämen – alles andere sei ein Armutszeugnis. Die Behörden bieten entsprechenden Service jetzt selbst.

Kredit für den Nachdruck des Wörterbuches Asháninka - Spanisch
Der Kredit für den Nachdruck sollte im Jahre 2015 zurückbezahlt werden. Hier mussten wir eine Fristverlängerung bis April 2016 gewähren, da u.a. die Zahlungsmoral der Verwaltungen (Kunden) sehr zu wünschen übrig lässt.

Anerkennung des Jugendclubs in der Provinz Satipo
Engagierte Jugendliche wollten zugunsten von mehr Mitsprache und Aktivitäten in der Provinz Satipo einen eingetragenen Jugendclub gründen. Die Kosten für „Vereinsgründung“ (Notarkosten etc.) übernahm der Arbeitskreis Entwicklung und Selbstbesteuerung – AES. Der Club wurde am 22.1.2015 gegründet.

Vereinigung der Kakaobauern im Dorf Boca del Chenic – Asháninka Tsameetinkari
Im Vorfeld dieses Projekts fand eine Diskussion und Konsultation mit dem AK in München statt, weil die Betroffenen schwankten, ob sie eine Genossenschaft oder eine Vereinigung (Asociación) gründen sollten. Wir lieferten bedenkenswerte Beiträge hinsichtlich möglicher Vor- und Nachteile (z.B. mögliche stärkere Bürokratisierungstendenzen bei einer Genossenschaft).
In einigen Fortbildungstreffen mit Liz Muñoz entschieden sich die Kakaobauern für Gründung einer Asociación, die, um rechtsfähig zu sein, juristisch anerkennt werden musste. Das Verfahren mit der Finanzbehörde war sehr aufwändig und beinhaltete mehrere Anläufe, Anträge, Antragsänderungen, Behördengänge und -fahrten, weil schon aus Prinzip keine Bestechungsgelder für schnellere Bearbeitung sorgten.
Das ganze Prozedere rechtfertigte dennoch die Kosten in Höhe von 500 Euro, denn schon 2015 konnten die organisierten Kakaopflanzer ihren (auf 60 ha unter Bäumen) biologisch erzeugten Kakao nicht nur an die „Warmi-Schokoladenfrauen“ in Rio Negro verkaufen (ein früher vom Münchner AK aus Preisgeld – lokaler Nachhaltigkeitspreis 2013 - unterstütztes Projekt armer indigener und nicht-indigener Frauen), sondern zu angemessenen Preisen an andere Endabnehmer.
Als juristische Person ist die Organisation nicht auf Zwischenhändler angewiesen und konnte als solche beim Distrikt Rio Negro einen ersten Fortbildungskurs zur Qualitätsverbesserung im Anbau gefördert bekommen.
Die Spende in Höhe von 500,- € stammt aus dem Baumpflanzprojekt von Ökoprojekt Mobilspiel.

Studienreise der Kakaofrauen zu den Schokoladenfrauen - vom Regenwald an die Küste
Dies war der Gegenbesuch, also der zweite Teil des Projekts, bei dem zuvor die Küstenbewohnerinnen die Regenwaldrealität kennenlernten.
Der Austausch war intensiv und interessant. Die Frauen aus dem Regenwald lernten das Leben in einer Küstenstadt (Wüste) kennen und erfuhren, wie Lebensmittel für den Export (Paprika, Spargel etc.) produziert werden und welche Probleme die Plantagenwirtschaft verursacht (z.B. wird das Grundwasser immer knapper). Sie erhielten aber auch einen sehr hilfreichen Fortbildungskurs (Pralinenherstellung) von den Frauen aus Pisco, deren Spezialität Pralinen sind.

Asháninka-Dorfgemeinschaften befähigen, für ihre Vorhaben staatliche Zuschüsse aus dem Bürgerhaushalt zu beschaffen ...
Das Projekt konnte 2015 weitergeführt und mit einer Publikation für die peruanische Bildungsarbeit beendet werden.
Zunächst fanden für neun Dorfgemeinschaften Tagesseminare statt, um diese indigenen Gemeinschaften zu informieren und zu befähigen, mit Aussicht auf Erfolg Mittel aus dem (öffentlichen) Bürgerhaushalt zu beantragen, der für Infrastrukturprojekte zur Verfügung steht.
Acht dieser Asháninka-Dörfer stellten 2015 entsprechende Anträge und erhielten positive Bescheide, so dass sie 2016 für ihre Infrastrukturmaßnahmen mit insgesamt rund 235.000 € rechnen können.
Die Kosten für diese Maßnahme 2015 (Ausbildung der Dorfgemeinschaften und Hilfe bei Antragsstellung) beliefen sich auf 4.500,- € und beinhalteten Honorare (Organisation, Koordination, Referententätigkeit) und Durchführung der Tagesseminare (Fahrtkosten, Verpflegung, Material etc.) sowie Betreuung, Begleitung und Beratung bei der anschließenden Antragstellung.

...und Erlerntes weitergeben
Weil keine Kapazitäten vorhanden sind, um die vielen anderen indigenen Dörfern solche Fortbildungen anzubieten, war (wie sich herausstellte) eine gute, wichtige und richtige Idee und Entscheidung, auf der Grundlage der praktischen Erfahrungen einen pfiffigen, motivierenden und verständlichen Leitfaden für den produktiven Umgang mit dem Bürgerhaushalt zu erstellen.
Aufgrund langjähriger persönlicher Kontakte zum bekannten peruanischen Comicmacher Juan Acevedo konnten wir ihn für die Idee gewinnen, einen entsprechenden Comic zu erarbeiten. Er reiste in den zentralen peruanischen Regenwald,lebte bei Asháninka, studierte das Thema, Menschen, Tiere und Pflanzen und produzierte schließlich den 8-seitigen A-4-Comic El Cuy Asháninka. Presupuesto Participativo Asháninka.
Für die 1.000er Auflage und das Gesamtprojekt inklusive Honorar- und Reisekosten wurden Gesamtkosten in Höhe von 5.000,- € veranschlagt. Es konnte aber so viel eingespart werden, dass mit dem verbleibenden Betrag Juan Acevedo zugesichert hat, zum Thema Beteiligung indigener Bevölkerung im Sinne der ILO-Konvention 169 – die Vorab-Konsultation. einen 4-seitiger Comic für die Bildungsarbeit in Peru zu erstellen.

Empfehlungsschreiben
Der AK München-Asháninka bescheinigte in einer schriftlichen Beurteilung die gute Zusammenarbeit mit Jhenny Muñoz gegenüber der Aktion Sternsinger/Kindermissionswerk und ermöglichte dadurch die Bewilligung eines Projekts für den Aufbau von Vorschulen für Kinder.

Unterstützung von Frauengruppen mit Produktion (Naturschmuck)
Dort, wo Dorfgemeinschaften wenig Land haben und dieses ohne Primärwald ist, müssen die Familien Geld verdienen. In verschiedenen Dörfern unterstützten und unterstützen wir die Frauengruppen, die Schmuck aus natürlichen Regenwaldprodukten herstellen.
Aktuell stellt sich die Situation so dar: Der Verkauf im Haus der Huayruros im Dorf Atahualpa findet einmal wöchentlich statt. An den übrigen Tagen dient der Laden als Werkstatt zur Schmuckherstellung (u.a. für feste Abnehmer an der Küste). An einem Verkaufskiosk auf dem Hauptplatz von Satipo wird der Schmuck ebenfalls angeboten (Liz Muñoz). Hierfür wird eine Hilfskraft und Pacht bezahlt.
Händler in der Stadt haben Schmuck als Einkommenszweig entdeckt, so dass es inzwischen ein Überangebot gibt. Die Gewieften nutzen die Notlage von Frauen in den Dörfern aus und lassen sie miserabel bezahlt für sich arbeiten. Diese Händler können den Schmuck sehr viel billiger anbieten als die inzwischen gut gestalteten und als Unikate hergestellten Stücke der Frauengruppen kosten.

Auch staatliche Organisationen und internationale Programme propagieren neuerdings die Schmuckherstellung als Einnahmequelle und legen Programme zur Schulung von Frauen für die Schmuckproduktion auf. 2015 führte die staatliche Organisation DEVIDA und das (im Rahmen eines EU-Programms von Deutschland mitfinanzierte) Programm DAS mit 65.000 € ein solches Projekt in der Region durch, in der unsere Partnerinnen Schmuck herstellen.
Für die Gesamtkoordination wurde für 9 Monate ein Zivilingenieur angestellt, der ca. 2.000 € Monatsgehalt bekam, allerdings weder vom Regenwald noch von Schmuck und erst recht nicht von Herstellung Ahnung hatte.
Für die Produkt- Qualitätskontrolle wurde mit ca. 1.000,- € pro Monat.ein Soziologe verpflichtet. Indigene Schmuck-ExpertInnen wurden nicht eingestellt, weil der „offizielle Nachweis der Qualifikation als Schmuckmeisterin“ fehlte. In einem Fall konnte ein solcher Nachweis erstellt werden, und die Glückliche wurde mit einem Workshop betraut und erhielt dafür pro Tag knapp 100,-€. Von den Monatskosten des Projekts (6.600 €) wurde fast das gesamte Budget für Honorare verwendet, so dass nicht einmal geeignetes Rohmaterial zur Schmuckherstellung zur Verfügung gestellt wurde.
Ich erwähne dieses Beispiel, weil ich denke, dass der AK München-Asháninka allen Grund hat, positiv auf die Relation von input – output in von ihm unterstützten Projekten hinzuweisen.

Glückwünsche für CARE zum 20-jährigen Engagement
Der AK München-Asháninka beglückwünschte die Föderation von Asháninka-Dörfern CARE (Central Asháninka Rio Ene) zum Jubiläum. In ihrem Antwortschreiben bedankte sich die Präsidentin, Ruth Buendia, u.a. für die wichtige Unterstützung aus München in der Informations- und Bewusstseinsbildungskampagne zu den möglichen Auswirkungen des geplanten Mega-Staudamms Pakitzapango am Fluss Ene mit der dortigen Bevölkerung. Durch großen sozialen Widerstand ist der Bau – vorerst? -- verhindert worden.
Obwohl CARE lediglich der Zusammenschluss von Asháninka-Dörfern, noch dazu geografisch eng begrenzt, ist, ist CARE in Peru und international wesentlich bekannter als umfassendere und übergreifende Verbände wie z.B. der Dachverband ARPI, der ja nicht nur Asháninka vertritt.
CARE konnte professionellere Strukturen aufbauen, hat auch Nicht-Indigene im Team und eine profilierte Präsidentin, die 2015 mit dem international renommierten Goldman-Preis ausgezeichnet wurde. CARE gelang es 2015 auch, eine beachtlich große Gruppe von BotschafterInnen europäischer Länder in Peru zu CARE nach Satipo einzuladen und sie vor Ort über Probleme und die Arbeit zu informieren.

32.000 Hektar intakten Regenwald vor Abholzung scbützen
Bei seinem Besuch im Rahmen der Besuchsreise 2015 berichtete José Granados (Rio Negro) bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Entwicklung und Solidarität (AES) im Oktober in Josefstal über die Situation der Asháninka. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der AES sich gut vorstellen konnte, die Kosten zur Sicherung von 32.000 Hektar intakten Regenwalds zu übernehmen. Konkret geht es um die Asháninka-Dorfgemeinschaft Nuevo Amanecer Hawai. Die Mitglieder der Non-Profit-Organisation Imperita hatten in mehrfachen Gesprächen mit den Menschen und Verantwortlichen in diesem Dorf eine Strategie zur Sicherung des intakten Regenwaldes entworfen und berechnet, wie dies auch kostenmäßig zu bewerkstelligen sei.
Basis zur Sicherung dieses wertvollen Territoriums der Dorfgemeinschaft ist die offizielle Eintragung und Registrierung beim Katasteramt. Das Gelände gehört zwar der Gemeinde zur Nutzung, diese hat aber keine aktuell eingetragenen, verbrieften, juristisch unanfechtbaren Rechte.
Dies wird insofern zu einem großen Problem, als inländische Holzfirmen ihren gierigen Blick auf das Terrain geworfen haben um, egal wie, Geschäfte zu machen. Kalkuliert wird mit einem aufwändigen Prozess der Eintragung, der für die Sicherung der 32.000 Hektar Gemeinschaftsland für Nuevo Amanecer Hawai 8.000 € verschlingen kann, weil ein erfahrener Verwaltungsexperte (mit Kenntnis all der möglichen Fallstricke) für viele notwendige und zeitraubende Fahrten in verschiedene Städte mit verschiedenen zuständigen Büros gewonnen werden muss und weil Notarkosten mit Gebühren für Urkunden, Beglaubigungen, Bescheinigungen, etc. anfallen.
Ende 2015 sagte AES mündlich die Projektfinanzierung zu; 2016 kann also begonnen werden.

Für indigene Regenwaldschützer Sicherheit fordern
Im Grenzgebiet zu Brasilien töteten Holzfäller-Trupps im Sommer 2015 vier Ashéninka. Jahrelang hatte der Dorfchef von Saweto ergebnislos die peruanische Regierung aufgefordert, endlich offizielle Landtitel zu erteilen und für Sicherheit zu sorgen. Nach den Morden zeigten sich die politisch Verantwortlichen „betroffen“ und sprachen mit Witwen und Kindern. Bis Ende 2015 war der Prozess der Landtitel-Erteilung noch nicht abgeschlossen. Wir unterstützten die Anliegen des Dorfes mit einem Protestbrief.

Verteidigung von Dorfverantwortlichen aus Nuevo Amanecer Hawai
Nachdem 2013 der damalige Dorfchef im Auftrag einer großen Holzfirma erschossen worden war, unterstützte der AK München-Asháninka die Dorfgemeinschaft bei ihren Bemühungen um offizielle Anerkennung als solche. Die Anerkennung bedeutete aber noch nicht den Besitz von Landtiteln. Immer wieder fielen Holzfäller eines Großunternehmens in das Territorium des Dorfes ein. Sie „verkauften“ gegen Bestechungsgeld und mit Korruption illegalerweise Teile des Dorflands an Neusiedler und ließen 2015 das Dorf von 70 bezahlten Schlägern überfallen. Die Dorfbewohner wehrten sich und nahmen einige der Eindringlinge kurzfristig fest um sie später der Justiz zu übergeben, was an penetranter Abwesenheit des Zuständigen scheiterte. Im Gegenteil erhob ein Ermittlungsrichter der Provinz Satipo Anklage gegen drei Dorfverantwortliche wegen versuchten Mordes. Die Anschuldigung konnte nicht aufrecht erhalten werden; also wurde sie auf Entführung abgemildert, worauf in Peru bis zu 30 Jahren Gefängnisstrafe steht.
Dass große Teile der peruanischen Justiz korrupt sind, decken Menschenrechtsorganisationen immer wieder auf.
Nachdem sich die Indigenenorganisation ARPI personell und finanziell nicht in der Lage sah, eine Verteidigung zu organisieren, wandten sich die Leiter von Nuevo Amanecer Hawai an Jhenny Muñoz (NGO Imperita) um Hilfe. Nach ausführlicher Beratung und Korrespondenz bewilligte Ende 2015 der zbb e.V. aus Spendengeldern das Solidaritäts- und Bewusstseinsbildungsprojekt die dringend benötigte Unterstützung durch einen engagierten und versierten Fachanwalt für Indigene Angelegenheiten.

2. Konfliktlinien in der Kooperation mit einigen Asháninka-Organisationen


- ARPI-SC (Asociación Regional de Pueblos Indigenas, Selva Central)
Aus mehrfachen Hinweisen aus Peru ergab sich der Verdacht, der Dachverband ARPI erhalte, unter anderem zur Finanzierung seines Büros in Satipo, Geld von der (halbstaatlichen) Erdölgesellschaft Perupetro. Ein Grundsatz der Kooperation von München-Asháninka heißt: Keine Zusammenarbeit mit Organisationen, die mit Regenwald zerstörenden Firmen, Einrichtungen, etc. zusammen arbeiten bzw. von diesen Geld bekommen.
Als Koordinator fragte ich bei ARPI nach dem Wahrheitsgehalt unserer Informationen. Es folgte eine heftige Reaktion von zwei Führungsleuten von ARPI: Welches Recht wir hätten, eine solche Rechenschaft zu verlangen, seien doch wir in den Industrieländern es, die mit unserem Lebensstil den Regenwald kaputt machen.
Der Münchner AK kann gewiss anderen nicht vorschreiben, wie sie denken und handeln, aber er ist selbstverständlich frei zu entscheiden, ob er selbst eine Organisation / Anliegen unterstützt oder nicht.

- SGDPA (Subgerencia de Desarrollo del Pueblo Asháninka) Referat zur Entwicklung der Asháninka im Distrikt Rio Negro
Im Dezember 2014 starb der neu gewählte Bürgermeister, bisher Rio Negro, jetzt Bürgermeister der Provinz Satipo, Edgar Zevallos, bei einem mysteriösen Autounfall. Er hatte zweifellos der Kooperation mit uns sehr aufgeschlossen und interessiert entgegengesehen.
Das in Rio Negro angesiedelte Büro SGDPA / Entwicklungsreferat Asháninka im Distrikt Rio Negro wurde zu diesem Zeitpunkt noch von Teddy Sinacay koordiniert, der 2014 (für viele überraschend) auf der Wahlliste der als korrupt und rechtslastig bekannten APRA-Partei als Kandidat für das Regionalparlament und den Provinzrat auftauchte. Wir mahnten mehrmals den Abschluss und Nachweise von zwei Projekten bei Teddy Sinacay an; dieser war jedoch stark im Wahlkampf (Bürgermeister- und Departmentswahlen) eingebunden. So stellt sich die Lage dar:

Seit 2013 sollten mit Hilfe der SDGPA in Asháninka-Dörfern neue Gemeindeordnungen ausgearbeitet werden, die der Realität besser entsprachen als die in ganz Peru geltenden. Ende 2015 müssen wir feststellen, das Projekt ist gescheitert. Die zuständige staatliche Genehmigungsstelle hat offenbar immer wieder gravierende Formfehler in der Ausarbeitung beanstandet und für die Abrechnung des Projekts gibt es unsererseits offene Fragen.

Das zweite monierte Projekt (aus 2014) zieht sich in die Länge: die offizielle Anerkennung der Asháninka-Föderation der Gemeinden im Distrikt Rio Negro OCAR. Hier war die Betreuung durch die SDGPA mangelhaft und es stellte sich heraus, dass teils die Dorfvorstände nicht ordnungsgemäß gewählt worden waren, so dass als erstes die Dorfgemeinschaften sich formalisieren lassen mussten.
Erst dann hätten sie sich juristisch zusammenschließen können. In der Hoffnung, die bürokratischen Vorgänge beschleunigen zu helfen, informierten wir uns bei mehreren Fachleuten in Peru über die richtigen Vorgehensweisen und informierten die SGDPA entsprechend. 2015 wechselte im Frühjahr die Koordination der SGDPA; wir hatten die alte und die neue zur Durchführung des (von dort beantragten) Projekts aufgefordert – bis Ende 2015 vergeblich.

Die neue Koordinatorin, Lourdes Irova, bat den AK München-Asháninka, beim Bürgermeister zu intervenieren, weil ihr Vorgänger ein Motorrad (aus einem Projekt mit Pro Regenwald) und einen von München finanzierten Laptop der SGDPA nicht herausgeben wollte. Aus AK-Sicht ist das inzwischen erledigt.
Solche Nachfragen und der insgesamt unschöne Abgang brachten den früheren Koordinator bei seiner Basis und besonders beim SGDPA-Kongress 2015 in Erklärungsnot. Dort brachte er die Forderung ein, dass die Kooperation „München-Asháninka“ formalisiert werden müsse. Vorher und nachher wurde vom Arbeitskreis München-Asháninka auch ihm gegenüber verdeutlicht, dass der AK für eine offene, freundschaftliche und uneigennützige Kooperation steht und keine formelle Partnerschaft eingehen kann. Wenn, dann sei dies eine Sache der Stadt München selbst.

Die Vorwürfe und Äußerungen von Teddy Sinacay und ARPI Richtung München waren so heftig, dass ein Treffen zur Aussprache in Arizona Portillo beantragten, wo sie die (wenig informierte) Führung von ARPI über die Kooperation informierten. Besonders heftig wurde wohl die Behauptung angegangen, „München“ benutze die Asháninka. Bisherige Kooperationspartner machten deutlich, wie partnerschaftlich die Kooperation funktioniert und dass die guten Beziehungen nicht aufgrund von Fehlern der Führungsriege leiden dürften. ARPI und Teddy Sinacay wurden aufgefordert, sich bei „München“ zu entschuldigen, was offenbar bei dieser Versammlung durch Personen von ARPI erfolgte.

3. Stichworte zum peruanischen Kontext.


Hintergrund und Rahmenbedingungen für die Asháninka und die Zusammenarbeit mit ihnen

Gesetzeslage in Peru
Die Gesetzgebung in Peru kann als fortschrittlich bezeichnet werden. Aus Sicht der indigenen Völker ist insbesondere hervorzuheben, dass Peru zahlreiche internationale Konventionen ratifiziert hat; zum Beispiel die ILO-Konvention 169 mit der Verpflichtung zur Vorab-Konsultation bei Vorhaben. Es gibt internationale Vereinbarungen zum Beispiel zum Erhalt vom Regenwald. Es gibt Gesetze zum Schutz von Flora und Fauna, zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Absicherung von indigenen Territorien, sowie Sprache und Kultur, zur Einrichtung von Schutzgebieten, zum Kampf gegen illegale Abholzung, Gesetze zum Schutz von Kindern, zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsstudien.
Die peruanische Regierungspolitik ist neoliberal und setzt weiter auf „Modernisierung“ des Regenwaldes, das heißt auf Ressourcenausbeutung im großen Stil.

Beispielhaft seien genannt:
Ca. 60 % des peruanischen Regenwaldes ist für Erdöl-, Gas- und Holzförderung sowie industrielle Landwirtschaft konzessioniert. Geplant ist, im Gebiet der Asháninka-Ashéninka ein Gebiet in der Größe von Bayern für Probebohrungen (Erdgas- und Erdöl) freizugeben.
Insgesamt ist eine starke Zunahme von Palmölplantagen zu verzeichnen. Von jetzt rund 150.000 ha soll die Fläche auf 1,3 Millionen ha. ausgedehnt werden. Die massive Abholzung führt bereits sichtbar zum Versiegen von Wasserquellen.
Weiterhin geplant sind riesige Wasserkraftwerke, unter anderem zur Stromerzeugung für die brasilianische Aluminiumerzeugung, sowie gewaltige Straßenbauprojekte durch den Regenwald (z.B. IRSA – von Brasilien zur nördlichen Küste Perus).
Auch die Siedlungspolitik übt immer mehr Druck auf die indigenen Bevölkerung und den Regenwald aus.
Künftig nicht unterschätzt werden dürfen die Auswirkungen der Freihandelsabkommen Perus mit Europa (TLC) und im Transpazifischen Pakt (TPP): USA / Kanada / asiatische und lateinamerikanische Länder.
Mit internationaler Unterstützung (US-AID) sind schon tausende Landtitel (als persönlicher Besitz) an Neusiedler vergeben worden. Dagegen wird das Verfahren zur Sicherung von kollektiven Landtiteln für indigene Dorfgemeinschaften immer hürdenreicher und langwieriger.
Es stehen Gesetzesabstimmungen bevor, die Primärwald in landwirtschaftliche Nutzfläche zum großflächigen Anbau z.B. von Ananas, Ingwer, Kakao, Chili, etc. verwandeln würden.
Unübersehbar ist, dass nach wie vor die Regierungspolitik keine greifenden Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen, mit Quecksilber betriebenen Goldabbaus an Urwaldflüssen hat und auch gegen die Kokainherstellung keine Strategien findet oder durchsetzt. Im Gegenteil wird für beide Bereiche die Kooperation von Politik und Militär mit den Gesetzesbrechern immer wieder beklagt.
Im Gebiet unserer Partner – im zentralen Regenwald – beschützen Reste der Terrormiliz Sendero Luminoso heute gegen Bezahlung die Kokainmafia. Erst 2015 wurden dort mehr als zwanzig Personen aus einem Lager von Sendero befreit und Massengräber aus der Zeit des Terrors wurden entdeckt und freigelegt.

Klimawandel,
Weil die Regenwaldregionen fortschreitend abgeholzt werden, trocknen Wasserquellen aus; es fehlt das Schutzdach der Bäume, so dass nicht gekannte hohe Temperaturen herrschen, Hautkrebs zunimmt, die Ernährungssituation sich verschlechtert und orkanartige Windphänomene zunehmen, Häuser beschädigen und Bäume entwurzeln. Zugleich nehmen heftige Überschwemmungen zu, weil die Bäume fehlen, die das Wasser aufnehmen könnten.

Sowohl in unserer Informations- und Bildungsarbeit als auch in der Ausrichtung unserer konkreten Kooperation mit PartnerInnen und Projekten muss der AK München-Asháninka weiterhin im Rahmen des Möglichen diesen Hintergrund vor Augen haben und klug agieren.
Heinz Schulze, Koordination München, 31.12.2015



Entwicklungspolitischen Fachtagung

"Verantwortung - Teilhabe - Ownership. Erfahrungsaustausch zu Projekten der Entwicklungszusammenarbeit"

am Freitag, den 18. November 2011 im EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80 Rgb, München
Qualitätsstandards:
... soll vor allem die These 4 der Standards thematisiert werden, unter anderem mit folgenden Fragestellungen:
Was motiviert Projektpartner Verantwortung für das Projekt zu übernehmen? In welchem Ausmaß darf ich mich inhaltlich in das Projekt einbringen? Was ist bei der Gestaltung von neuen Projekten zu beachten? Wie geht man mit unerfüllten Erwartungen um? Was sind Eigenleistungen?.....

Zum Einstieg in den Diskurs wird Carlos Herz, Experte aus Peru, im Gespräch mit Heinz Schulze, Vorstand Nord Süd Forum München, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an das Thema heranführen und erste Praxisbeispiele einbringen. Carlos Herz ist Anthropologe und Soziologe, der sich in Peru in Projekten für Dezentralisierung, Partizipation und nachhaltige Entwicklung engagiert. Im Anschluss daran wollen wir in mehreren Workshops einzelne Aspekte praxisnah vertiefen und dabei auch auf individuelle Fragen und Anliegen eingehen.

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REDD INDIGENA

Bei REDD+ geht es um einen internationalen Mechanismus zur Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldschädigung in Entwicklungsländern unter der Klimarahmenkonvention... Damit soll beigetragen werden, einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten, um die globale Erwärmung so weit wie möglich unterhalb der kritischen Grenze von 2 Grad Celsius zu halten. Dabei spielen Waldökosysteme eine große Rolle.

Durch unsere Partnerschaft auf Augenhöhe mit dem indigenen Volk der Asháninka im zentralen Regenwald Perus sehen wir, dass die Vorstellungen der indigenen Partnerorganisationen zu wenig berücksichtigt werden.
Besonders nach der TV-Dokumentation im Juni 2011 über den WWF habe ich erneut starke Bedenken, was die tatsächlichen Ziele vom WWF sind. So hat sich deren US-Vertreter öffentlich für eine industrielle Landwirtschaft mit Einsatz der Gentechnik ausgesprochen. Es wurde auch die Zusammenarbeit mit Monsanto und BP angesprochen, die wahrlich keine Waldschützer sind. Die zuständige Mitarbeiterin von WWF Deutschland für Energiefragen findet es richtig, dass durch den Einsatz vom WWF zwar tausende Hektar Wald zerstört wird, knapp 100 erhalten bleibt - „besser als nichts“-Mentalität. Über deren Kampagne der Kinder-, pardon Tigerpatenschaft soll hier gar nicht gesprochen werden.

REDD INDIGENA
Durch unsere aktive Kooperation im Arbeitskreis „München-Asháninka“ mit dem größten indigenen Volk des peruanischen Regenwaldes und intensiver Beschäftigung des Themas REDD & Co. beteiligen wir uns an der Diskussion und meinen, dass die Vorstellungen der indigenen Völker dringend in die anstehende Überarbeitung des Positionspapiers der NGO`s zu REDD aus dem jahre 2009 einfließen müssen. Dabei ist es wichtig, nicht nur zu fragen. Was wollen wir, sondern auch. Was wollen die Betroffenen – hier die indigenen Völker. wobei anzumerken ist, dass uns natürlich bekannt ist, dass innerhalb der indigenen Dorfgemeinschaften und Zusammenschlüsse es auch zu REDD unterschiedliche Vorstellungen gibt.
Ein sehr guter Leitfaden, wonach nicht nur indigene Organisationen prüfen können, was REDD ist und auf was sie sich einlassen gibt es von IWGIA, Ausführungen und Forderungen vom Dachverband der indigenen Organisationen der Amazonasstaaten, COICA.

Hier nur einige Eckpunkte aus Sicht der indigenen Völker:

1. Vor allen technischen Verhandlungen muss zuallererst das Recht auf den Schutz und Erhalt indigener Territorien gewährleistet sein und die Einhaltung der ILO-Konvention 169 u.a. mit der Einhaltung der „consulta previa“, der frühzeitigen transparenten Information und dem Prozess um zu einer gemeinsamen Übereinkunft zu kommen. Es geht nicht um eine bloße Information. Daran müssen sich auch alle REDD-Interessierten NGO halten nach dem Motto: Nicht FÜR sondern MIT den Betroffenen.
2. Keine Unterzeichnung von REDD-Verträgen warnt AIDESEP.
Der Dachverband der indigenen Organisationen Perus (AIDESEP) ruft alle indigenen Dorfgemeinschaften dazu auf „sich jeder Unterzeichnung für REDD-Angebote zu verweigern, solange nicht die Regeln total transparent, verständlich und klar sind und sich die REDD-Programme wirklich positiv für die Zukunft der indigenen Völker auswirkt.
3. Es wird vor der Gefahr gewarnt, dass Waldgebiete, die im REDD-Prozess eingebunden werden dazu führen können, von den indigenen BewohnerInnen nicht mehr genutzt werden können (Beispiel. keine Chachra-Nutzung – also Anlegen kleiner Felder für den Eigengebrauch und keine Holzentnahme für den eigenen Häuserbau) und evtl. wenn sogar aus ihren angestammten Territorien vertrieben werden können.
4. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass REDD nicht die Lösung darstellt, sondern, dass, verkürzt gesagt, die Industrieländer wirklich daran gehen müssen, selbst die Emissionen zu reduzieren und nicht auf Gebiete ausweichen, wo die indigene Bevölkerung am meisten die Wälder erhalten haben.
5. REDD, auch REDD+ wird aktuell als eine weitere Bedrohung gesehen (neben Projekten der Erdölförderung, Bergwerkstätigkeit, illegaler Holzeinschlag, Riesenwasserkraftwerke etc.), gegen sich die indigene Bevölkerung wehren muss. Hierzu benötigt sie internationale Unterstützung. Die Bedrohung durch REDD-VERKÄUFER ist real gegeben. Es gibt bereits – nicht nur in Peru – (Umwelt)-Organisationen, die indigenen Dorfgemeinschaften ein Paradies auf Erden versprechen, wenn sie bei REDD mitmachen und sich mit dem Geld alles kaufen können. Es gab auch schon Vorfälle, wo europäische Organisationen Urwaldflächen für REDD-Vorhaben sichern wollten und dafür „nur“ den kollektiven Besitztitel der indigenen Dorfgemeinschaft wollten, für diese die einzige juristische Sicherheit für das Überleben.
Solche und weitere Überlegungen und Vorstellungen unserer indigenen Partner sind unbedingt zu berücksichtigen.

Besuch aus dem Regenwald

wird uns nicht nur neue Nachrichten nach den schweren Überschwemmungen und vom Fortgang "unserer" Projekte bringen,
http://www.muenchen.de/Rathaus/politik/InternationaleAngelegenheiten/481577/Naturkatastrophe_bedroht_Ash_e1ninka.html
auch neue Artikel aus den Produktionen werden dabei sein, die auf http://chobankiripe.com zu besichtigen sind.

Das Besuchs-Programm 2011

Veranstaltungen mit Herrn Teddy Sinacay von unseren Regenwaldpartnern, dem indigenen Volk der Asháninka in Peru.
Herr Teddy Sinacay, Jahrgang 1978 stammt aus dem Dorf Impatato Cascada im zentralen Regenwald Perus. er gehört zum indigenen Volk der Asháninka (mit ca. 60.000 Personen). Er war Dorfchef und wurde 3 x wiedergewählt. Er studierte Forst-Agrotechnik.
Aktuell ist es Beauftragter der 32 indigenen Dorfgemeinschaften der Asháninka im Distrikt Rio Negro – und dort zuständig, dass öffentliche (und private Mittel) dort zu einer guten Entwicklung der Dorfgemeinschaften beitragen.
Mo. 2.5. 7.55 – 9.25 Wilhelm-Busch-Realschule, 10.30 Uhr Pressekonferenz mit Joachim Lorenz (RGU) Rathaus, Grütznerstubn
Die. 3.5. Vormittag: Verschiedene Klassen in der Montessori-Schule in Penzberg
Mi. 4.5. 8.15-10.30 Uhr in der Lukas-Realschule, 11-12 Uhr Ki Ta Waxensteinstraße, 18 Uhr Beginn Teilnahme an der Europ. Konferenz des KlimaBündnisses
Do. 5.5. Ganztags diverse Aktivitäten anläßlich der Europ. KlimaBündnis Konferenz
Fr. 6.5. Teilnahme in Europ. KlimaBündnis-Konferenz. 15-17 Uhr Veranstaltung mit Stadtjugendamt zum Regenwald, im EWH, Zi. 211 19.30 Uhr Teilnahme an Filmvorführung Yasuni-Staudamm/Ekuador ...
Mo.9.5. 8.30 Empfang Rathaus durch Bürgermeister Monatzeder 9.45-12 Uhr Rupprecht Gymnasium 14-15 Uhr Veranstaltung im Referat für Gesundheit und Umwelt, Bayerstr. 28 a
Die.10.5. :8.-9.30 Uhr Elsa Brandström Gymnasium, Pasing 11.30-12.55 Schule in Diessen 14.00-ca. 16 Uhr: Hochschule München, Fakultät 11, Soziale Arbeit
Mi. 11.5.: 8-9.30 Uhr Luitpoldgymnasium ab 10.30 Uhr Karlsgymnasium Pasing 19 Uhr: Planungstreffen mit dem AK München-Asháninka
Do. 12.5.: 8.-9.30 Uhr Grundschule in der Gilmstrasse 10.-11 Uhr Kindergarten in der Kolumbusstraße 40
Fr. 13.5. 8.15- evtl.bis 12.15 Uhr: Städt. Berufsschule Holztechnik, Liebherrstraße 40 19.30Uhr Öffentliche Veranstaltung im Eine Welt Haus mit J. Lorenz (RGU) ...
Mo. 16.5. 11.40-12.45 Hermann Frieb Realschule, Schwabing 20-21 Uhr: Radio Lora (92,4), Lifesendung
SCHULEN KÖNNEN FÜR DEN VORTRAG EINE UNTERSTÜTZUNG DES PÄDAGOGISCHEN INSTITUTS - Arbeitsstelle Eine Welt - beantragen. Dieses Honorar würde Teddy Sinacay bekommen, aber dann für Projekte bei seinen Leuten verwenden.
Kontakt: Michael Schneider König (AEW): m.schneiderkoenig(at)muenchen.de
im Vorfeld in Klassenstärke kostenlos anfordern: Informationsbroschüre: Regenwald - München Asháninka oder auch ein "Brief aus dem Regenwald an die Kinder in München. Als Einzelexemplar vorerst ab Anfang Mai lieferbar: Das Büchlein: Vom frechen Affen... Erzählungen und Weisheiten aus dem peruanischen Regenwald (Fabeln etc. der Asháninka, die wir ins deutsche übersetzt haben).
auch auf den Seiten www.Muenchen.de
hier noch ein paar Hinweise auf frühere Projekte:

Regenwald-Schutz

Als Broschüre im Einewelthaus Schon mal als PDF auf den Seiten des Nordsuedforum http://www.nordsuedforum.de/nosfo/kampagnen/ashaninka.shtml
Auch der neue Regenwaldkalender 2010 ist aus der Partnerschaftsarbeit Münchens mit dem indigenen Volk der Asháninka im zentralen Regenwald Perus entstanden. Der Erlös kommt selbstbestimmten Projekten der Asháninka zu Gute, wie z. B. Wiederaufforstung, Sicherung von Landtiteln und Schutzgebieten; zweisprachigen Unterricht in den kleinen Schulen. Auch Schulgärten oder Fischteiche zur Nahrungssicherung werden angelegt etc.
Der Kalender hat 13 aussagekräftige Farbfotos im Din A 3 Querformat aus der Welt der Asháninka. Darunter finden Sie eine kurze Erklärung zum Bild. Am rechten Rand wird ein Feld für Eintragungen vorhanden sein.

Abenteuer Regenwald:

Raubbau, Geneklau und trotzdem das Überleben sichern

Mai 2009: Erneut wird eine Sprecherin von Münchens Partnerorganisation aus dem peruanischen Regenwald für Veranstaltungen nach München eingeladen.

München hat eine aktive Kooperation – und das auf Augenhöhe mit dem indigenen Volk der Asháninka (60.000 Menschen) aus dem zentralen Regenwald Perus; ein nachhaltiges Projekt..
In der Zeit vom 11.6. bis 28.6. kommt die Präsidentin der Selbstorganisation der Asháninka,
Libia Rengifo Lazaro (Satipo, Peru) nach München.
Ein wichtiger Anlass ist der Bundeskongress Kommunen und Eine Welt,
der vom 18.-20.6.09 in München stattfindet, mit dem Schwerpunktthema: Klimawandel.
Da wird Frau Rengifo Referentin sein.
Bisher sind folgende Veranstaltungen und Aktivitäten geplant:
  • 13.6. tagsüber bei einem bundesweiten Regenwaldseminar in Pullach
  • 15.6. 20-21 Uhr life bei Radio Lora (Eine Welt Report aus München des Nord Süd Forum)
  • 17.6. 19.30 Uhr: Öffentliche Veranstaltung, Rathaus, kleiner Sitzungssaal
  • 18.6.-20.6. Referentin beim o.g. Bundeskongress
  • 21.6. 15-18 Uhr workshops für Kinder beim Sommertollwood
  • 22.6. 12.15-13.30 Uhr: Veranstaltung (Ringvorlesungsprogramm) Hochschule (Fak.11 in Pasing)
  • geplant (23.,24.6 oder 25.6. .) öffentliche Veranstaltung des Nord Süd Forum (Eine Welt Haus)

Tagsüber steht Frau Rengifo für Veranstaltungen an Schulen, Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung, an den freien Abenden für Veranstaltungen (Bene, Umweltgruppen, etc.). Nach bisherigen Erfahrungen besteht ein sehr großes Interesse an Veranstaltungen mit „Botschaftern aus dem Regenwald“.
Die Themenpalette ist sehr weit und kann mit den jeweiligen PartnerInnen abgesprochen werden. Bei Interesse bitte bald Rückmeldung, damit Wunschtermine nicht vergriffen sind.
Sprache: Spanisch mit Übersetzung. Kosten: Honorar ist wünschenswert, das wird für Projekte zur Rettung des Regenwaldes durch die Asháninka verwandt.
Rückmeldung an: Heinz Schulze: agendaeinewelt.rgu @ muenchen.de Tel. 233-47561
Beste Grüße, Heinz Schulze, Koordinator

Entwicklungspartnerschaft mit den peruanischen Regenwald-IndianerInnen


Austausch-Reisen