Der Zusammenschluß bayrischer Bildungsinitiativen e.V. hat in den letzten Jahren
in enger Absprache mit dem Nord-Süd-Forum München und Stellen der Landeshauptstadt München (RGU)

Forum-Theater-Projekte zu AGENDA 21 - Themen unesco-14.gif

Interessierte und Migranten spielen ihre eigenen Szenen zu ausbeuterischer Kinderarbeit
und zur Städtepartnerschaft mit Harare - und lassen sie jeweils durch das Publikum verändern

Themen und Ziele der einzelnen Abende: Kennenlernen der Methoden und Anwenden

Ab Anfang August:Erarbeitung von Szenen zu LOGO und den Hintergründen der Clean-Cloth-Campain, internationales Arbeitsrecht und ausbeuterischer Kinderarbeit, öffentliche Auftritte in der Zeit der Leichtathletik Europameisterschaften vom 6. bis 11. August in München

Ausbeuterische Kinderarbeit in Mini-München

Die Spiel-Stadt Mini-München im Olympiazentrum bot uns an, im Rahmen der dortigen "Hochschule" zur Kampagne zu informieren und Theater-workshops anzubieten. Die dort herrschende Struktur der Ergatterung von "mimüs" als interne Währung, die auch für das Absitzen von Veranstaltungen und Workshops der Hochschule an die "Studierenden" bezahlt wurden, störte eine wirklich motivierte Mitarbeit.
So war es durchaus noch möglich, Informationen aus den diversen Ländern per "Pressekonferenz" im "Rathaus" und in Seminaren als Dias und Vortrag zu vermitteln, eine wirklich motivierte Mitwirkung in den Theaterworkshops wurde aber regelmässig durch Störung wie "wie lange müssen wir noch bleiben, damit wir unsere mimüs bekommen" durch weniger angesprochene Kids gekillt. So kamen auch keine wirklich öffentlichen Szenen zur ausbeuterischen Herstellung von Sportkleidung und Fussbällen im Olympiazentrum zustande.
zbb_agenda_unesco.jpg

Workshops zu Forum-Theater und Legislativen Foren

für Interessierte, MigrantInnen, PädagogInnen: 7. Aug -. Sept / Aufführung bei der Aktionsmeile Rio + 10 am 15. Sept. 2002 im Eine-Welt-Haus Schwanthalerstr. 80, 80336 München:
Die Probentermine wurden jeweils von eher kleineren Gruppen von auch schon bisher in Projekten Beteiligten und nur von wenigen Neuen wahrgenommen, zur Mitarbeit in Mini-München konnte davon niemand gewonnen werden, da niemand von den Teilnehmenden Tagesfreizeit hatte.

Die Städtepartnerschaft München - Harare erleben

Situationen und Diskussionen aus den Arbeitsgruppen werden im Umkreis einer Rundhütte mit Strohdach erlebbar:
setzen Sie sich zu uns, lassen Sie sich ein wenig von der Musik der Mbira und der Mirimbas, der Trommeln einfangen ...
... und gehen sie mit uns auf die Reisen nach Simbabwe mir seinen widersprüchlichen Situationen:
- einem alten Befreiungsherrscher mit seiner Einheitspartei und einer lebendigen basisorientierten Bewegung für Demokratischen Wandel, die nun in Harare weitgehend den Stadtrat stellt und die Situation verbessern will,
- dem alten kulturellen Reichtum und der Abwanderung der hoffnungsvollen Jugend ...
- der Aids-Gefahr und dem schwierigen Umgang damit in Armut und Familien-Strukturen ...
- dem Charme der Menschen und den Resten der gewalttätigen Sklavenzeiten
... und den Projekten, die wir bisher angestoßen haben:
- viele Begegnungen in den letzten Jahren hier und dort
- Austausch in Workshops mit dem Dachverband der Bürgerbewegung CRAH (letztes Jahr dort, im Oktober hier)
- Unterstützung von selbstorganisierten Projekten dort (in Schulen, Waisenprojekten ...)
- Partnerschaft in ökologischem Lernen im Naturpark Mukuvisi / ÖBZ München
- Projekte der Stadtverwaltung / Wasserwirtschaft / Müllberatung / ... und in Stadtteilen
- Verkauf von Batiken, Kunsthandwerk, Handarbeiten und Aufbau von tragfähigen Strukturen

.... und live beim Shona-Kurs [Sprach-Kurs-Gruppe, die sich sonntäglich in München zum Lernen trifft]
zu den verschiedenen Themen der Städtepartnerschaft, der dortigen Entwicklung und der Lebenssituationen.
wo vorbereitet worden war,
- Fragestellungen der BesucherInnen aufnehmen, english und deutsch, zeitlich rolierend aufteilen in "innere konzentrierte Klasse" und Gäste-Betreuung am Rand, mit diversen Schwätzchen.
- dazwischen immer wieder Musik: verstärkte Mbira, zwei Mirimbas, Trommeln verschiedener Grössen
- Eine Liste der anzusprechenden Themen auf einer Tafel an der Hütte: mit Wortschatz zur Illustration / Lernsituation angereichert: Hunger (Satsa, kochen, Gemüse, Preise, Inflation ... Holz sammeln und Solarkocher, Witwen und Grosseltern sind beim Betreuen von Aids-Waisen überfordert ...
Leben in den verschiedenen Stadtteilen und Lebenssituationen von Frauen und Männern: Gender-Festlegungen, Grenz-Situationen zu Aids, Aufklärung und Mythen, offene Rede zur Sexualität ... Treue ... Gewalt und Demokratie, Parteien Bürgerbewegungen und Zusammenschluss, CRAH Schulen und Berufe, Hochschulen ... Wasser Ver- und Entsorgung, Müll und Nachhaltigkeitsbemühungen, Umwelt-Lernen im Natur-Park, Entwicklung sanfter Tourismus Grenzen-öffnende Naturparks, Handwerk, Industrie und berufliche Entwicklungen
Vor der strohgedeckten Hütte, an der Batiken aus Simbabwe hingen und Teile der Ausstellung München-Harare die erste Orientierung gaben, neben der ein Info-Stand mit Flugblättern und Büchern auch "mental" informierte, standen ca 30 Baumstamm-Abschnitte, die als Hocker zum Bleiben einluden.
Die meiste Resonanz hatte die Musik, so dass die vorbereiteten Szenischen Gespräche und Shona -Kurse mit dem Publikum zum Teil in der Schüchternheit der Mitwirkenden, zum Teil in der Lärmkulisse der Bühne im Hintergrund immer wieder untergingen und zu Einzelgesprächen wurden. Insgesamt war aber eine äußerst positive Resonanz wahrgenommen worden, die alle Mitwirkenden zu weiteren ähnlichen Projekten anspornte.

Die Arbeit beinhaltete an theaterpädagogischen Methoden:
*Den Körper und seinen Ausdruck in Übungen präsent machen -
  • Statuen- und Bildertheater für die genauere Verständigung in Situationen "unter Druck",
  • Nachbesprechungen und gemeinsame Auswertung,
  • Vom Statuen- zum Forum-Theater: Joker-Rolle & Veränderung
  • Entstehen und Entwicklung des Theater der Unterdrückten in seiner südamerikanischen Herkunft,
*Transfer in europäischen Anwendungen,
Bei beiden Projekten war es möglich,
die Themen der Münchner AGENDA 21 kennenzulernen,
am jeweiligen Thema die eigene Spiellust zu erproben;
den Einsatz der Methoden im politischen Kontext und in der Öffentlichkeit zu üben.

für den entwicklungsdienst theater-methoden in der Paulo-Freire-Gesellschaft eV. Fritz Letsch

Literatur

Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler SUHRKAMP
Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche, Methoden aus Theater und Therapie, Kallmeyer 1999
Augusto Boal: Legislative Theatre, Using performance to make politics, routledge 1998
Fritz Letsch: Theater macht Politik, Die Methoden des Theater der Unterdrückten in der Bildungsarbeit, Gautinger Protokolle im Institut für Jugendarbeit des BJR, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting, www.institutgauting.de
Video “Theater, wie im richtigen Leben” aus dem Modellprojekt in der Hauptschule mit dem INKOMM Projektzentrum für interkulturelle Kommunikation des Landesverband Bayern der Arbeiterwohlfahrt im Haus der Jugendarbeit, Rupprechtstr. 25-27 80636 München, 121643-06, fax 121643-07 Euro 12,50 / 20.- weiteres ausführliches Material auf der www.joker-netz.de, aktuelles auf http://de.groups.yahoo.com/group/fritz-letsch/, spezielles auf http://de.groups.yahoo.com/group/forum-theater; http://de.groups.yahoo.com/group/boal-in-der-schule/; http://de.groups.yahoo.com/group/LegislativesTheater/